Rahden feierte Vielfalt: Interkulturelle Woche unter dem Motto »Dafür!«
Gemeinsam »Dafür!«
Auch 2025 setzte die Stadt Rahden gemeinsam mit dem Präventionsrat und der Kirchengemeinde ein kraftvolles Zeichen für Menschlichkeit, Vielfalt und Miteinander. Im Rahmen der bundesweiten Interkulturellen Woche erwartete die Bürgerinnen und Bürger ein buntes, berührendes und inspirierendes Programm – getragen vom diesjährigen Motto: »Dafür!«
„Wir stehen dafür ein, dass Menschenwürde unantastbar bleibt, dass Vielfalt bereichert und dass Begegnung Brücken baut“, betonen die Initiatoren. Die Interkulturelle Woche lädt dazu ein, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, neue Perspektiven zu entdecken und gemeinsam zu feiern, was uns verbindet.
Den Auftakt bildete ein interkulturelles Vorlesen in der Stadtbücherei Rahden: Für Kinder ab vier Jahren wurde die beliebte Geschichte „Der Regenbogenfisch“ auf Deutsch und Arabisch vorgelesen, im Anschluss durften die jungen Gäste kreativ werden und eigene Regenbogenfische basteln.
Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning lud zu einem Stadtspaziergang mit neuem Blickwinkel ein und lenkte den Blick auf die kleinen, oft übersehenen Kostbarkeiten am Wegesrand – ein Rundgang für alle, die die Stadt mit offenen Augen neu entdecken wollten.
Beim Yoga für Frauen im Yogastudio Rahden konnten die Teilnehmerinnen die jahrhundertealte Tradition gemeinsam praktizieren und durch Atemübungen, Asanas und Entspannung den Alltag für einen Moment hinter sich lassen.
Ein kulinarisches Highlight war das iranische Kochen mit Leila: In der Schulküche der Sekundarschule Rahden bereitete die iranische Köchin gemeinsam mit interessierten Gästen ein köstliches Mehrgängemenü zu, das anschließend in geselliger Runde genossen wurde. Auch spontane Besucherinnen und Besucher waren herzlich willkommen, um die persische Küche kennenzulernen.
Auf dem Wochenmarkt sorgte die Straßenaktion »Du kannst das ändern« für Aufmerksamkeit: Mit Plakaten, Infotafeln und persönlichen Geschichten machte die Aktion auf die Erfahrungen muslimischer Frauen mit Kopftuch aufmerksam und ermutigte zu einem respektvollen, offenen Miteinander.
Bereits zum dritten Mal fand die Fahrradwerkstatt statt: Gebrauchte und leicht beschädigte Fahrräder wurden gemeinsam mit Zugewanderten repariert und wieder verkehrstüchtig gemacht – ein praktisches Beispiel gelebter Integration.
Im Workshop „Zivilcourage – Was kann ich gegen die Extreme Rechte tun?“ vermittelte Referent Marcel Komusin von der Koordinierungs- und Fachstelle Demokratie Leben! Minden den Teilnehmenden Grundlagen und Strategien, um couragiert und zugleich sicher gegen Diskriminierung und menschenverachtende Sprüche einzutreten.
Der CVJM Rahden lud mit der Mitmachaktion „Unsere Stadt – Unser Abdruck“ auf den Kirchplatz ein: Mit einem Kanaldeckel-Motiv aus Rahden wurden gemeinsam Jutetaschen bedruckt – ein persönliches Andenken, das für die Vielfalt der Menschen in der Stadt stand.
Im Rahmen des Projekts „verWIRKLICHen“ wurden die Interviewfilme von Nils Dunsche gezeigt: „Neuanfang – Geflüchtete in Rahden“ gab geflüchteten Menschen eine Stimme und zeichnete ein differenziertes Bild davon, warum Menschen ihre Heimat verlassen und in Rahden einen Neuanfang wagten.
Das traditionelle Interkulturelle Frühstück im Gemeindehaus begeisterte erneut mit einem bunten Buffet landestypischer Speisen, zu dem die Gäste selbst beigetragen hatten. Am Nachmittag folgte ein Frauennachmittag für Frauen und Mädchen ab zwölf Jahren mit kreativem Basteln, entspannten Gesprächen und internationaler Inspiration.
Im Bahnhof Rahden begeisterte Nadine Pungs mit ihrer multimedialen Lesung „Frühling in Saudi-Arabien“ das Publikum: Klarsichtig und anrührend erzählte sie von ihren Begegnungen mit Frauen, einem Prinzen und einem jungen Geflüchteten aus dem Jemen und gab damit intime Einblicke in ein Land, das vielen unbekannt war.
Sportlich ging es bei der Draisinenfahrt von Rahden nach Ströhen und zurück zu: Mit Muskelkraft statt Motor, viel Teamwork und noch mehr Lachen erlebten die Teilnehmenden einen unterhaltsamen Ausflug durch die Landschaft.Beim traditionellen Internationalen Fußballturnier auf dem Sportplatz an Bocks Allee bewies der Sport erneut seine einzigartige Integrationskraft: Spontan zusammengestellte, bunt gemischte Mannschaften sorgten für einen Tag voller Fairplay, Freude und Miteinander.
Mit dem Konzert „Noten vom Himmel“ im Bahnhof Rahden brachte der deutsch-armenische Popsänger und Komponist Sargis Arakelyan Lieder auf Armenisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Arabisch, Russisch und Italienisch zu Gehör und berührte das Publikum mit seiner musikalischen Reise vom Kaukasus nach Deutschland.
Bei der Backaktion „Brot aus aller Welt backen“ an der Sekundarschule Rahden wurde eine kulinarische Reise durch Persien, Arabien, Afghanistan und Deutschland unternommen: Gemeinsames Kneten, Ausprobieren und Lachen mündeten in ein Fest mit frisch gebackenem Brot und köstlichen Dips.
Der Vortrag „Die Stellung der Frau im Islam“ widmete sich der Frage, warum viele muslimische Frauen freiwillig ein Kopftuch tragen. Die islamische Religionslehrerin Elif Güngör und die Sozialarbeiterin Nimet Yilmaz gaben historische, kulturelle und persönliche Einblicke und räumten dabei mit gängigen Vorurteilen auf. „Lasst uns gemeinsam Vorurteile abbauen, indem wir nicht übereinander, sondern miteinander reden“, betonte Cornelia Riemer-Griebel, Integrationsbeauftragte der Stadt Rahden.
Den Abschluss bildete der Tag der offenen Moschee: Interessierte waren eingeladen, die beeindruckenden Innenräume zu entdecken und die Atmosphäre eines Ortes zu erleben, der weit mehr als ein Gebetshaus war. Neben Informationen über den Islam und das Leben muslimischer Mitbürgerinnen und Mitbürger erhielten die Besucherinnen und Besucher auch Einblicke in Architektur und Funktion der Moschee.
Mit diesem vielfältigen Programm setzte die Interkulturelle Woche 2025 in Rahden ein starkes Zeichen für Begegnung, Offenheit und ein respektvolles Miteinander in der Stadt.





